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24.09.2014 14:22 Alter: 2 yrs

Jetzt ist Apfelzeit!


Apfelmus und Apfelmarmelade aus heimischen Früchten. Positive Ökobilanz, unübertroffen lecker. Foto: MfA!

Apfelmus und Apfelmarmelade aus heimischen Früchten. Positive Ökobilanz, unübertroffen lecker. Foto: MfA!

Oder: Warum liegen in den Supermärkten Äpfel aus Neuseeland und Chile, obwohl es 2.000 leckere heimische Sorten in Hülle und Fülle gibt?

Es ist Spätsommer, und in den Obstabteilungen der örtlichen Supermärkte bietet sich derzeit folgendes Bild: Neben Weintrauben, Pfirsichen, Nektarinen und Melonen finden sich auch wunderschöne, rotbackige Äpfel. Dass Melonen und andere Südfrüchte in unseren Breiten nicht so gut bis gar nicht gedeihen, müsste jedem klar sein, der in Geografie aufgepasst hat, und daher verwundert es nicht, dass diese Früchte importiert werden. Schaut man aber genauer auf die Schilder an den Kisten, so stellt man fest, dass auch der Großteil der angebotenen Äpfel aus Chile, Italien oder sogar Neuseeland stammt! Und das muss schon verwundern. Schließlich ist Deutschland doch ein wahres Apfelland. Mit über 2000 verschiedenen Sorten und berühmten Anbauregionen, wie dem Alten Land im Südwesten von Hamburg oder der Bodensee-Region.

Forscht man genauer nach, so ist dieses Jahr sogar ein besonders gutes Apfeljahr in Deutschland; bedingt durch die sogenannte Alternanz, also der Schwankung des Fruchtertrages im zweijährlichen Rhythmus, fällt in diesem Jahr die Ernte besonders üppig aus. Der Verband der Deutschen Fruchtsaftindustrie schätzt die diesjährige Ernte bundesweit auf rund 800.000 Tonnen – das sind etwa 60 % mehr als im Vorjahr. Hinzu kommt die derzeitige politische Situation: durch das Importverbot von Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch nach Russland drohen die deutschen Obstbauern auf ihren Erträgen sitzen zu bleiben. Angesichts dieser Fakten stellt sich umso mehr die Frage, wo denn all diese Äpfel sind und warum sie nicht den Supermärkten liegen. Und warum wir überhaupt Lebensmittel importieren, die in unseren Breiten hervorragend gedeihen!

Vor diesem Hintergrund fordert die aej-Kampagne „Marmelade für Alle!“: Esst mehr heimisches Obst! Schaut im Laden genau hin und fragt nach der Herkunft der Äpfel, um der absurden Situation etwas entgegenzusetzen.

Darüber hinaus lohnt es sich jetzt zur Apfelzeit, den Blick mal schweifen zu lassen, denn in vielen Gärten und auch im öffentlichen Raum stehen zahlreiche Bäume, deren Früchte nicht geerntet werden. Und oft verhilft ein einfaches Nachfragen beim Nachbarn oder bei der zuständigen Gemeinde zu einer großen Menge an Äpfeln, deren Ökobilanz kaum besser sein könnte: frisch und vor der Haustür geerntet!

Nachfolgend stellen wir euch zwei Rezepte vor, mit denen auch größere Mengen an Äpfeln verarbeitet werden können:

Apfelmarmelade in zwei Geschmacksvarianten
Man benötigt: 1kg Äpfel, 500 Gramm Gelierzucker 1:2:, Ingwer, geraspelt, oder Rosmarin (1 TL).
So geht’s: Die Äpfel weich kochen, und anschließend pürieren. Geraspelten Ingwer oder Rosmarin und Gelierzucker hinzufügen, vier Minuten kochen und heiß in sterilisierte Gläser abfüllen.    

Apfelmus
Man benötigt: 1 Kg Äpfel, 100ml Wasser, Zimt und Zucker (nach Geschmack)
So geht’s: Die Äpfel waschen, entkernen, je nach Wunsch schälen oder auch nicht, in Stücke schneiden und mit dem Wasser im Topf 10 Minuten kochen. Wer's fein mag, streicht die Masse durch ein Sieb oder püriert sie, wer's lieber stückig mag, lässt diesen Arbeitsschritt weg. Eventuell mit Zucker und, wenn gewünscht, mit Zimt abschmecken. Köstlich zu Pfannkuchen oder Reibekuchen, mit Sahne als Dessert oder ganz einfach pur genießen!
Eine größere Menge kann problemlos kochend in sterilisierte Gläser abgefüllt werden und ist dann mehrere Monate haltbar. Ein Vorrat für die Zeit, in der keine regionalen Äpfel mehr zu bekommen sind.


Kontakt

Dr. Karsten Schulz
Referent für Evangelische Jugend in ländlichen Räumen
Telefon:  0511 1215-134
E-Mail: karsten.schulz@evangelische-jugend.de