7 Wochen ohne versteckten Zucker…

Ein Interview mit David Katz über „Essen sie richtiges Essen!“ im ZEITmagazin (vgl. 3/2015, S.12ff.) war ausschlaggebend für die Fastenidee, auf versteckte Zucker zu verzichten.

Manche sagen, Zucker sei prinzipiell Gift! Das ist albern, denn der Körper braucht Glukose. Wie alles aber, ist auch Zucker ab einer bestimmten Menge ungesund (Die Dosis macht das Gift) und die meisten von uns nehmen viel zu viel Zucker zu sich. Zucker ist zwar ein schneller Energielieferant (viele Kalorien), trägt aber bei übermäßigem Konsum zur Fettleibigkeit und zur Insulinresistenz bei. Zucker ist eine günstige Zutat und wird in vielen Dingen auch als Geschmacksverstärker beigemischt.

In der Marmelade ist Zucker kein Problem. Hier wird er zur Konservierung benötigt. Auf ein Kilo Frucht kommt ein Kilo Zucker (bei 1:2 und 1:3 Gelierzuckern sind zusätzlich Konservierungsstoffe enthalten), das ist OK. Und dass in Kuchen, Schokolade und Limonade viel Zucker enthalten ist, weiß eigentlich auch jede(r).

Das Problem liegt bei den versteckten Zuckern: Es stecken große Mengen Zucker in Produkten, bei denen man es nicht erwartet. David Katz: „In einem gewöhnlichen Supermarkt gibt es Pastasoßen, die mehr Zucker enthalten als Eiscreme. Oder Salatdressings in Flaschen: voller Zucker. Wer würde zu Hause in seiner Küche ein Paket Zucker über seinen Salat kippen? Niemand. Aber die Industrie kippt den Zucker in unser Dressing, und wir kippen das Dressing über unseren Salat. Und dann meinen wir, wir hätten etwas Gesundes gegessen. Wir essen also Zucker im Salat, wir essen Zucker in den Spaghetti, im Brot, in Kartoffelchips. Und warum tut uns die Lebensmittelindustrie das an? Damit wir mehr essen, als wir wollen. Damit wir nicht genug davon kriegen und uns systematisch überessen.“

Die Fastenaktion „7 Wochen ohne versteckte Zucker“ setzt hier an und will ein größeres Bewusstsein für die Verwendung von Zucker schaffen. Bei dieser Fastenaktion muss auf Zucker nicht komplett verzichtet werden. Aber man sollte darauf achten, ob er auch in die Lebensmittel hinein gehört, die man gerade essen möchte. Wie weit man dabei geht, muss man mit sich selbst aushandeln. Auf Süßigkeiten zu verzichten, aber fertig Salatdressing mit Zucker zu verwenden wäre ein Wiederspruch. Marmelade, Schokolade und selbstgebackener Kuchen sind in Ordnung. Entzug für die Geschmacksnerven! Am Anfang wird das nicht leicht sein und bei allen Produkten muss man die Zutatenliste genau studieren. Und vielleicht greift man häufiger zur Schokolade als sonst. Aber dann wird es klar, wie sehr man auf Zucker getrimmt ist. Dann wird es vielleicht einfacher, zu sagen: „Nein, das ist zu viel Zucker. Auf die  Schokolade verzichte ich lieber!“

David Katz: „Das schöne ist aber, dass sich der Geschmackssinn anpasst. (…) Wenn man keine Softdrinks trinkt und keine Salatsoße in der Flasche kauft, wenn man nach und nach jedes einzelne Gramm Zucker streicht, werden die Geschmacksnerven sensibler auf Zucker reagieren, falls sie ihn doch mal bekommen. Am Ende wird das Kuchenessen wird also sehr befriedigend sein. Wenn man ständig Zucker isst, braucht man eine höhere Dosis Zucker, um ein Dessert noch als Dessert wahrzunehmen.“

Kontakt

Dr. Karsten Schulz
Referent für Evangelische Jugend in ländlichen Räumen
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